Finanzen im Blick | Der Finanz-Ratgeber

Weihnachten – Das Fest der Liebe oder Konsumrausch?

Weihnachten

Alle Jahre wieder. In der Vergangenheit war das Weihnachtsfest das Fest der Liebe. Dient es heute ausschließlich dem Konsum?

In der heutigen Form beschert das Weihnachtsfest dem Beschenktem oft nur sinnlose Geschenke. Dazu ein maßloses Essen mit einer Dose Coca-Cola aus einem Karton, den zur Weihnachtszeit ein dicker Mann mit weißem Vollbart und einer roten Hose und Mantel ziert. Kein Zufall, wurde der Weihnachtsmann in der heutigen Form vor Jahrzehnten von Coca-Cola erfunden.

Zu Weihnachten überschlägt sich die Werbung in TV, Internet und Printmedien mit den besten und preiswertesten Angeboten. Und dabei waren nur ein paar Wochen zuvor die besten und preiswertesten Angebote zum Black-Friday und Cyber-Monday in denselben Medien zu finden. Das alles schadet unserer Seele und der Umwelt. Gibt es einen Ausweg, diesem weihnachtlichen Konsumwahn zu entkommen?

Fröhliche Weihnachten

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit, in der Häuser und Wohnungen weihnachtlich geschmückt werden. Es durftet überall nach Orangen und Zimtgebäck. Vor Vorfreude platzen viele Kinder fast, da sie die Bescherung nicht erwarten können. Männer betrinken sich schon in der Vorjahreszeit mit Glühwein, während von Hausfrauen Butterplätzchen gebacken werden. Es ist jedes Jahr dasselbe.

Andere Menschen dagegen ehren vorweihnachtliche Traditionen und freuen sich darauf, gemeinsam mit Freunden oder ihren Familien die Feiertage zu verbringen. Diese mag es seltsam stimmen, wenn andere Menschen ohne religiöse Motivationen vorgeben, Weihnachten feiern zu wollen, wie es noch vor einem Jahrhundert der Fall war, was dann doch in einem Konsumrausch endet. Warum sollte Weihnachten nicht wieder als eine Gelegenheit genommen werden, nur eine friedliche und schöne Zeit mit Freunden oder seiner Familie zu verbringen, statt sich dem Konsumterror hinzugeben?

Die Besinnlichkeit sieht heute anders aus

Ein kontinuierlich steigender Drang zum Überkonsum ist die Schattenseite, mit dem das Weihnachtsfest heute verknüpft ist. Überfütterung, maßlose Shopping-Eskapaden und eine hemmungslose Verschwendung von Ressourcen und Geld werden von vielen Leuten an den Tag gelegt – sagt kreditvergleich24. Es geht schon seit Jahren nicht mehr um die Familie und Freunde, der Dankbarkeit oder Religion. Heute dient Weihnachten nur noch dem Konsumrausch. Der Verbraucher wird in blinkende Einkaufszentren gezogen, in denen er Produkten kauft, die er nicht wirklich braucht. Er findet kitschige Weihnachtsdekoration, die er jedes Jahr neu erwirbt. Und sieht sich grellen Werbetafeln ausgesetzt, die bei einigen epileptische Anfälle auslösen können, wenn sie zu lange hinschauen. Das Weihnachten der Liebe hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem Fest der Liebe in ein Trash-Festival verwandelt, was nur noch dem maßlosen Konsum dient.

Weihnachtsgeschenke und Geschenkpapier

2014 gab der Deutsche für Weihnachtsgeschenke und Geschenkpapier etwa 260 Euro aus. Deutschland liegt mit diesen Werten unter dem EU-Durchschnitt. Klingt bescheiden? Das mag stimmen. Deutschland nahm „nur“ den sechsten Platz des europäischen Weihnachts-Shopping-Wettlaufs ein. Mit 408 Euro ist das Vereinigte Königreich von Großbritannien der „Gewinner“ in der EU, was aber selbst die Briten im Vergleich mit den USA verblassen lässt. Eine Umfrage des Jahres 2017 in den USA ergab, dass der US-Amerikaner für Weihnachtsgeschenke durchschnittlich 900 US-Dollar hinlegte.

Für viele Personen ist das Schenken häufig ein Zwang, der in der Folge nicht selten zum Kauf überteuerter Singlosigkeiten führt, die der Beschenkte nicht braucht oder will. Wunschlisten Beschenkter werden jedes Jahr länger. Es kommt dazu, dass viele Geschenke – dank einer fragwürdigen Tradition – in Geschenkpapier verpackt werden. In Deutschland landen in der Regel mehr als 10 % der Papierverpackungen zur Weihnachtszeit in der Mülltonne. Es hält sich dabei meist um Recycling-Papier. So werden mehr Bäume abgeholzt, nur damit eingepackte Singlosigkeiten ihren Platz unter den Weihnachtsbaum – und später in den Abfalleimer finden.

Fazit

Gibt es einen Ausweg? Nach meiner Meinung ist Hopfen und Malz verloren. Zu tief sitzt im Verbraucher der Drang, andere Menschen mit Unsinnigkeiten beschenken zu müssen. Die Werbung großer Unternehmen trägt ihren Teil dazu bei, den Verbraucher zum Kauf von Produkten zu animieren, die die meisten Beschenkten nicht wollen oder benötigen. Die ohnmächtige Frustration der Menschen, die dieses Dilemma erkennen, wird zunehmen, während sich die Masse dem von großen Unternehmen diktiertem Konsumrausch auch in der Zukunft hingeben wird.